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Ackerschlagkartei Vergleich 2026

Aktualisiert: September 2026

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Pflanzenschutzaufzeichnungen in Deutschland elektronisch und maschinenlesbar geführt werden (§ 11 PflSchG). Gleichzeitig stellt CLAAS 365FarmNet am 30. November 2026 ein. Viele Betriebe suchen deshalb gerade eine Ackerschlagkartei. Dieser Vergleich hilft bei der Wahl: mit den Preisen, die die Anbieter selbst veröffentlichen, mit Jahreskosten für drei Betriebsgrößen und mit den Kriterien, auf die es in der Praxis ankommt.

Zur Methode: Hier steht nur, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten veröffentlichen, geprüft am 21. Oktober 2026. Wo kein Preis veröffentlicht ist, steht das so da; wir schätzen nichts. Agro GPS ist selbst eines der verglichenen Programme. Wir sagen deshalb ausdrücklich, wo andere Programme besser passen.

Die Preise auf einen Blick

ProgrammPreis laut AnbieterPreismodellKostenlos testen
Agro GPSkostenlos; Pro 99 € im Jahr oder 12,99 € im Monat, zzgl. MwSt.pro BetriebGrundversion dauerhaft kostenlos
xarvio FIELD MANAGERBasis 0 €; All-in-1-Paket 10 € pro ha und Jahr; Betriebslizenz 1.500 € im Jahrpro Hektar oder pro BetriebBasiskonto dauerhaft kostenlos
FARMDOKPremium ab 18,20 € im Monat inkl. USt., 100 ha inklusive, danach 0,18 € je ha; Precision ab 60,30 € im Monatpro Betrieb plus Fläche, jährliche Abrechnungkeine dauerhaft kostenlose Stufe gefunden
HELM Ackerchef99 € (bis 60 ha), 149 € (200 ha), 199 € (400 ha), 299 € (800 ha), 699 € (2.000 ha) im JahrStaffel nach Fläche30 Tage
top farmplanPremium 27,95 € im Monat (je weiterem Mitbenutzer 3,95 €), Business 39,95 € im Monat mit 5 Mitbenutzern, zzgl. MwSt.pro Betrieb, jährliche Abrechnung30 Tage
NEXT Farmingkein öffentlicher Preis für die SchlagkarteiModule einzelnnicht angegeben
AGRARMONITOR2.900 € Nutzungsgebühr im Jahr plus 29 € im Monat je aktivem Gerätpro Betrieb plus Gerät30 Tage
CLAAS connectkein öffentlicher PreisLizenz auf Anfragelaut Fachpresse ein Übergangsjahr für 365FarmNet-Kunden
PSM-DOK, Excel-Vorlage des JKIkostenlos––

Ob ein Preis netto oder brutto ist, steht nicht bei jedem Anbieter. Wir geben ihn so wieder, wie er auf der Preisseite steht. Preise ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim Anbieter.

Was kostet das im Jahr? Drei Beispielbetriebe

Gerechnet mit den veröffentlichten Listenpreisen, für einen Nutzer und ohne Zusatzmodule. Wo das Preismodell eine Rechnung nicht eindeutig zulässt, steht ein Strich.

Programm50 ha150 ha500 ha
Agro GPS (kostenlos / Pro)0 € / 99 €0 € / 99 €0 € / 99 €
xarvio Basis / All-in-1-Paket0 € / 500 €0 € / 1.500 €0 € / 5.000 €, Betriebslizenz 1.500 €
FARMDOK Premium218,40 €––
HELM Ackerchef99 €149 €299 €
top farmplan Premium335,40 €335,40 €335,40 €
AGRARMONITOR (ein Gerät)3.248 €3.248 €3.248 €

Die Zahlen sagen nichts über den Funktionsumfang. Ein Lohnunternehmen mit Waagen- und Tankstellenanbindung braucht etwas anderes als ein Nebenerwerbsbetrieb mit 30 ha Grünland. Lesen Sie deshalb auch die Kriterien.

Die Kriterien, auf die es ankommt

1. Erfüllt das Programm die Pflicht ab 2027?

Ab 2027 reicht Papier nicht mehr. Die Aufzeichnung muss elektronisch und maschinenlesbar sein, und jeder Eintrag braucht unter anderem Datum, Schlag, Kultur, Mittel mit Zulassungsnummer, Aufwandmenge und den Anwender. Fragen Sie, ob das Programm die Aufzeichnung in einem maschinenlesbaren Format ausgibt, etwa nach dem Datenstandard des JKI. Mehr dazu unter Aufzeichnungspflicht ab 2027.

2. Prüft es das Mittel, bevor Sie spritzen?

Eine Schlagkartei, die nur speichert, was Sie eintippen, schützt Sie nicht vor Fehlern. Hilfreich ist eine Prüfung gegen das Verzeichnis des BVL: Ist das Mittel noch zugelassen, für diese Kultur, mit dieser Aufwandmenge, und welche Wartezeit gilt? Die Daten dazu sind öffentlich, etwa in unserem Verzeichnis der Wartezeiten aller zugelassenen Mittel.

3. Geht die Erfassung auf dem Feld, auch ohne Netz?

Wer abends am Schreibtisch nachträgt, vergisst etwas. Eine App, die auf dem Handy auch ohne Empfang funktioniert und später synchronisiert, spart Zeit und Fehler. Achten Sie darauf, ob die App im Preis enthalten ist oder extra kostet.

4. Kommen Sie mit Ihren Daten wieder heraus?

Das Ende von 365FarmNet zeigt, warum das wichtig ist: Wer seine Daten nicht in einem offenen Format herunterladen kann, steht beim nächsten Wechsel vor demselben Problem. Fragen Sie: Gibt es einen Export als CSV oder Excel, und kostet er etwas? Bleibt er nach einer Kündigung möglich? Ein Export nur als PDF hilft bei der Kontrolle, aber nicht beim Umzug.

5. Wie rechnet der Anbieter ab?

Pro Hektar, pro Betrieb, pro Nutzer oder pro Gerät: Das Preismodell entscheidet, wie sich die Kosten mit Ihrem Betrieb entwickeln. Ein Preis je Hektar ist für kleine Betriebe günstig und wird bei großen teuer; ein Festpreis je Betrieb ist für große Betriebe günstig. Rechnen Sie mit Ihrer Fläche und Ihrer Zahl an Mitarbeitern.

6. Brauchen Sie Maschinendaten?

Wer Schlepper, Spritze und Düngerstreuer automatisch anbinden, Applikationskarten erzeugen oder Telemetrie auswerten will, ist bei den großen Plattformen und den Programmen der Hersteller besser aufgehoben. Für die reine Dokumentation braucht es das nicht.

7. Arbeiten mehrere Personen oder ein Berater mit?

Mitarbeiter, Lohnunternehmer und Berater sollen Maßnahmen erfassen oder lesen können, ohne dass Sie Passwörter teilen. Prüfen Sie, ob weitere Nutzer im Preis enthalten sind oder je Kopf kosten.

Die Programme im Einzelnen

Agro GPS

Schlagkartei als App für Handy, Tablet und Rechner, auch ohne Netz. Jedes Mittel wird gegen das BVL-Register geprüft, mit Wartezeit. Die Grundversion ist dauerhaft kostenlos; Pro kostet 99 € zzgl. MwSt. im Jahr und bringt Kosten und Marge je Schlag. Der Export als CSV ist immer kostenlos, auch nach einer Kündigung. Agro GPS liest die Dateien von 365FarmNet direkt ein (365FarmNet-Import) und Tabellen aus Excel oder anderen Programmen (Schlagkartei übernehmen). Was Agro GPS nicht hat: Maschinenanbindung, Telemetrie, Applikationskarten. Wer das braucht, nimmt besser ein anderes Programm.

xarvio FIELD MANAGER (BASF)

Laut Preisseite dokumentieren Sie im kostenlosen Basiskonto Standardmaßnahmen. Das All-in-1-Paket kostet 10 € pro Hektar und Jahr, die Betriebslizenz 1.500 € im Jahr. Für kleine Flächen ist das Paket je Hektar günstig, ab etwa 150 ha ist die Betriebslizenz gleich teuer oder günstiger.

FARMDOK

Premium kostet laut Anbieter ab 18,20 € im Monat inklusive Umsatzsteuer, mit 100 ha inklusive und 0,18 € für jeden weiteren Hektar; die Abrechnung erfolgt jährlich. Die Stufe Precision beginnt bei 60,30 € im Monat. Eine dauerhaft kostenlose Stufe haben wir auf der Preisseite nicht gefunden.

HELM Ackerchef

Der Preis richtet sich nach der Fläche: von 99 € im Jahr bis 60 ha bis 699 € bis 2.000 ha, für Berater auf Anfrage. Die App ist laut Anbieter im Preis enthalten, und man kann 30 Tage kostenlos testen. Für Betriebe bis einige Hundert Hektar ist Ackerchef eines der günstigsten Bezahlprogramme.

top farmplan

Die Ackerschlagkartei ist in Premium (27,95 € im Monat, je weiterem Mitbenutzer 3,95 €) und Business (39,95 € im Monat mit fünf Mitbenutzern) enthalten, beides zzgl. MwSt. und jährlich abgerechnet. Der Anbieter wirbt mit einer Exportgarantie für Belege. Welche Datenformate exportiert werden, steht auf der Preisseite nicht.

NEXT Farming

Für die Schlagkartei selbst ist kein Preis veröffentlicht. Einzelne Module wie die Düngebedarfsermittlung oder die App haben eigene Preise. Fragen Sie für Ihren Betrieb ein Angebot an.

AGRARMONITOR

2.900 € Nutzungsgebühr im Jahr plus 29 € im Monat je aktivem Gerät, dazu Schnittstellen zu Waagen und Tankstellen gegen Aufpreis. Das Programm richtet sich an Lohnunternehmen und große Ackerbaubetriebe; für einen Familienbetrieb ist es überdimensioniert.

CLAAS connect

Der Nachfolger von 365FarmNet. CLAAS veröffentlicht keinen Preis; in der Fachpresse ist von einem kostenfreien Übergangsjahr für bisherige 365FarmNet-Kunden die Rede. Wer überwiegend CLAAS-Maschinen fährt, hat hier Vorteile bei der Anbindung.

Die kostenlosen Werkzeuge

PSM-DOK (DLR Rheinpfalz) und die Excel-Vorlage des JKI decken das Minimum ab. Das JKI baut mit DiPAgE eine freiwillige, kostenlose Plattform auf. Wer wenig spritzt und am Schreibtisch nachträgt, kommt damit aus. Was fehlt, ist die Erfassung auf dem Feld, ohne Netz, und die Prüfung des Mittels vor dem Ausbringen.

Welches Programm passt zu welchem Betrieb?

Wenn Sie 365FarmNet nutzen

365FarmNet wird am 30. November 2026 abgeschaltet, und die Sicherung der Daten ist Sache der Nutzer. Exportieren Sie vorher Ihre Maßnahmen als CSV, die Schlaggrenzen als Shape-Datei und die Schlagkarteien als PDF. Agro GPS liest Schläge und Maßnahmen in fünf Minuten ein, kostenlos. Die Anleitung mit allen Klicks und einem Kostenvergleich steht unter 365FarmNet eingestellt: Daten exportieren und umziehen.

Häufige Fragen

Welche Ackerschlagkartei ist kostenlos? Dauerhaft kostenlos sind die Grundversion von Agro GPS, das Basiskonto von xarvio FIELD MANAGER sowie PSM-DOK und die Excel-Vorlage des JKI. Die übrigen Programme bieten eine kostenlose Testphase, meist 30 Tage.

Was kostet eine Ackerschlagkartei im Jahr? Für einen Betrieb mit 50 ha liegen die veröffentlichten Preise zwischen 0 € und rund 3.250 € im Jahr, je nach Programm und Preismodell. Die Beispielrechnung oben zeigt die Kosten für 50, 150 und 500 ha.

Brauche ich ab 2027 eine Software? Sie brauchen eine elektronische, maschinenlesbare Aufzeichnung. Das kann eine kostenlose Lösung sein, solange alle Pflichtangaben drinstehen und Sie die Aufzeichnung bei einer Kontrolle vorlegen können.

Kann ich weiter mit Excel arbeiten? Eine Excel-Tabelle ist elektronisch, aber nicht jede Tabelle ist maschinenlesbar im Sinne der Vorgaben. Sicherer ist die Vorlage des JKI oder ein Programm, das im passenden Format exportiert. Ihre bisherige Tabelle können Sie in Agro GPS in fünf Minuten übernehmen.

Welche Ackerschlagkartei ist die beste? Das hängt vom Betrieb ab. Für die reine Dokumentation zählen Prüfung des Mittels, Erfassung auf dem Feld und ein freier Export. Für Maschinenanbindung und Applikationskarten sind die großen Plattformen stärker. Testen Sie zwei Programme mit Ihren eigenen Daten, bevor Sie sich festlegen.

Wie wechsle ich die Ackerschlagkartei? Exportieren Sie Ihre Daten aus dem alten Programm als CSV oder Excel und lesen Sie sie im neuen Programm ein. Bewahren Sie zusätzlich die PDFs der letzten drei Jahre auf, denn so lange gilt die Aufbewahrungspflicht.

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